Reisebericht: Riga, Lettland – Die Katze auf dem heißen Blechdach

Eine Winterreise Teil 2 | Riga 

…was bisher geschah: Mein Freund und ich beschlossen einen Trip in den bitterkalten Norden zu machen. Im Februar 2017 ging es bei eisigen Minusgraden mit Bus und Fähre durchs Baltikum und Teile von Skandinavien – 5 Hauptstädte in 14 Tagen. Die litauische Hauptstadt Vilnius, Stopp Nummer eins, entzückte uns bereits mit deftiger Kost. Und wie ging’s weiter…?

Zwischen Vilnius und Riga besteht (derzeit) keine direkte Zugverbindung. Die beste Option ist der Bus. Der größte Anbieter für Fernreisen durchs Baltikum ist Lux Express. Mehrmals täglich legen die modernen Reisebusse die Strecke in circa vier Stunden zurück. Im Schnitt kostet eine Tour 20€. Abfahrtszeiten, Preise und Tickets erhaltet ihr direkt auf Lux Express. Die Fahrt war entspannter, als gedacht: komfortable Sitze mit einer Menge Beinfreiheit, gratis WLAN (wie fast überall im Baltikum) und ein Entertainment-System mit Spielen & Musik ließen die Stunden wie im Flug vergehen.

Tag 1 | Nomnomnom

Die Busstation befindet sich direkt bei den großen Hallen des Rigaer Zentralmarkts. Zu unserem Hotel, dem Rixwell Old Riga Palace, war es nur ein kleiner Spaziergang von etwa 10 Minuten entlang der Düna (Daugava). Das Hotel ist hübsch und mit seiner Lage zwischen Fluss und Altstadt ideal für einen kurzen Städtetrip. Am Abend begaben wir uns wie ausgehungerte Eichhörnchen auf Nahrungssuche und haben uns hier einmal mehr in die baltische Küche verliebt.

Lido ist eine lettische Restaurantkette mit Selbstbedienung, die es uns angetan hat. Eine riesige Auswahl an typisch lettischen Gerichten zu einem unschlagbaren Preis sind einfach die perfekte Kombi. Völlig durchgefroren packten wir uns die Teller voll mit Fisch, Wurst, Sauerkraut, Kartoffelbrei, Kohlrouladen und wärmten uns zusätzlich mit hausgemachten Tees und Süßkram auf – am ersten, zweiten und dritten Abend (jap, wirklich). Im Sommer entdeckte ich, dass es auch in Berlin zwei Ableger der Kette gibt, hier unter dem Namen Kirsons. Selbstverständlich teurer und leider mit wesentlich kleinerer Auswahl…

Tag 2 | Sonnige Aussichten

Um uns als erstes einen Überblick über die lettische Hauptstadt zu verschaffen, sind wir am Morgen zum Hochhaus der Wissenschaftsakademie (Kultur- und Wissenschaftstpalast) spaziert. Von dort hat man einen tollen Blick über das gesamte Stadtgebiet. Auch das Gebäude selbst, im Baustil des Sozialistischen Klassizismus, ist einen Besuch wert. Danach ging es auf den nahe gelegenen Zentralmarkt mit seinem erschreckend üppigen Fleisch- und Fischangebot. 

Die Wintersonne hat uns am Nachmittag in den Stadtpark gelockt. Der zugefrorene Bach und der schneebedeckte Basteiberg waren wunderbar kitschig. Das Freiheitsdenkmal, das die nationale Unabhängigkeit symbolisiert, ist ebenfalls ein Muss, wenn man in Riga ist. Das Denkmal besteht aus einem 19 Meter hohen Obelisken, auf dem die nach Westen ausgerichtete „Milda“ steht, die drei Sterne in den Himmel streckt.

Tag 3 | Katzen-Popos & Bremer Stadtmusikanten

Guten Morgen, dichter Nebel. Den dritten Tag verbrachten wir mit dem Bestaunen der Jugendstil-Häuserfassaden in der Neustadt und in der historischen Altstadt. Ich mach’s kurz, denn hier gibt es auf engstem Raum wirklich viel zu entdecken:

Mein Liebling des Tages war jedoch das Katzenhaus. Ein hübsches Jugendstil-Haus, auf dessen Türmchen große schwarze Katzen thronen. Des Beste daran: die Geschichte dahinter. Das Haus wurde von einem lettischen Kaufmann gekauft, der nicht in die große Gilde aufgenommen wurde. Aus Protest gegen diese Entscheidung setzte er Katzenfiguren auf seiner Dächer, deren Hinterteile in Richtung des Gebäudes der Kaufmannsvereinigung zeigten. #inyourface 🙂

Etwas, das ich in Riga nicht unbedingt erwartet hatte, waren die Bremer Stadtmusikanten. Hinter der Petrikirche stehen sie, wie wir sie alle aus dem Grimm’schen Märchen kennen: Esel, Hund, Katze & Hahn. Es war einmal im Jahr 1990 ein Geschenk der Partnerstadt Bremen an die lettische Hauptstadt. Die Tiere blicken aber nicht wie bei Grimm auf ein Gelage der Räuber, sondern durch einen Spalt des „Eisernen Vorhangs“ und entdecken eine völlig neue Welt…

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Tallinn. Was wir in der Hauptstadt Estlands und auf einer Husky-Farm erlebt haben, lest ihr in meinem nächsten Reisebericht.

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