The Winner takes it all

Hotel-Check Esplanade Resort & Spa Bad Saarow

Ich bin 33 Jahre alt und habe noch nie etwas gewonnen. Bis jetzt. Bei einem internen Firmenwettbewerb habe ich ein Wellness-Wochenende für zwei im Hotel Esplanade Resort & Spa Bad Saarow gewonnen. Genauer: Einen 400€-Gutschein zur Einlösung in Hotel, Spa und Restaurant.  

Beim Buchen stellte sich heraus, dass man für das Geld entweder eine Übernachtung inklusive Massagen oder Yoga- und Kosmetik-Anwendungen erhält oder eben zwei Nächte mit Frühstück und einem 3-Gang-Menü und dafür auf weiteres Wellness-Chichi verzichtet. Wir entschieden uns für Variante zwei – die Fahrt nach Brandenburg soll sich ja lohnen. Außerdem würde ich ein gutes Essen einer Fango-Packung jederzeit vorziehen ;).

Am Freitagnachmittag wurden wir in dem niedlichen Kurort Bad Saarow mit rund 5.000 Einwohnern von frostigen Temperaturen und herrlicher Wintersonne begrüßt. Vom Bahnhof Bad Saarow (ab Berlin mit dem Regionalexpress RE1 in Richtung Frankfurt (Oder) mit Umstieg in Fürstenwalde in die Regionalbahn OE/RB 35) zum Hotel war es nur ein kleiner Spaziergang von etwa 20 Minuten. Der Empfang im Esplanade war herzlich. Man reservierte uns für den nächsten Tag einen Tisch in der „Pechhütte“ und lud uns zum offiziellen Sektempfang im „Betrunkenen Piano“ ein, der jeden Freitagabend stattfindet.

Nackenhörnchen: Eine seltene Spezies

Das Hotel mit seinen 170 Zimmern ist modern und recht hübsch eingerichtet: viel Holz, hier und da ein paar Industrial-Elemente, warmes Licht und ein muckeliger Kamin in der Lobby. Die Zimmer sind picobello, alles ist vorhanden. Mit das Beste am Esplanade ist die Lage unmittelbar am Scharmützelsee, dem zweitgrößten See Brandenburgs. Bei einem Spaziergang am ersten Abend zeigte sich die Natur von ihrer schönsten Seite und gab mit einem Bilderbuch-Sonnenuntergang an, der Himmel, Wasser und das dichte Schilf am Ufer pink färbte.

Beim Empfang in der Piano-Bar wurden die Vorzüge des Hotels erklärt. Das Wort „Kissen-Menü“ klingt mir noch immer in den Ohren. Anscheinend gibt es Menschen, die gesteigerten Wert auf „Seitenschläferkissen“, „Nackenhörnchen“ und ähnliches legen. Für Frühaufsteher gibt es 40°C-Yoga, Aqua-Fitness und sogar ein Halbmarathon-Training. Vielleicht beim nächsten Mal… ;). Weil wir direkt über das Hotel und keinen Drittanbieter gebucht haben, gab’s als Goodie einen kostenfreien Late-Check-Out am Abreisetag bis 14.00 Uhr obendrauf. 

Wirklich schön fand ich die „Make a Green Choice“-Initiative. Statt Info-Broschüren gibt es Suitepads – Tablets, die überall mit hingenommen werden dürfen, nur nicht mit nach Hause. Auf den Geräten kann man u. a. auswählen, ob man auf die Zimmerreinigung verzichten möchte – der Umwelt zuliebe. Dafür gibt es 5€ Rabatt, einlösbar z. B. in der hauseigenen Seifenmanufaktur. 

Für Leib & Seele Von Sole-Bädern und Ochsenbäckchen

Der Spa-Bereich hat alles, was sich der gestresste Großstädter zum Abschalten nur wünschen kann: ein großes Schwimmbecken, einen Außenbereich mit Sole-Bad und verschiedene Saunen, sowie noch mehr Saunen im Haus, einen Whirlpool, Entspannungsräume – alles eben. Am Abend war das Spa relativ leer und wir konnten uns von Sauna zu Sauna schwitzen, ohne dass es irgendwo zu eng wurde. Auch im Pool war genügend Platz zum Schwimmen, wohl auch weil hier weit und breit keine Kinder zu sehen sind, denn das Esplanade ist ein Hotel nur für Erwachsene. Für diesen Kurswechsel hagelte es Anfang 2016 eine Menge Kritik. Für den Entspannungsfaktor aber ein absoluter Pluspunkt!

Wie immer ist mein Lieblingspart aber das Essen. Das Frühstück ist mehr als reichhaltig, neben dem Üblichen gibt es einen Koch, der Omeletts, Spiegeleier und Eierkuchen nach Wunsch frisch zubereitet. Yummy! Auch die „Pechhütte“, das zum Hotel gehörige Hipster-Restaurant mit dem Slogan „Wurscht & Bier“, wusste zu überzeugen – optisch wie kulinarisch. Edison-Glühbirnen, Fleischerfliesen und schmiedeeiserne Hocker treffen auf üppige Burger und riesige Desserts in Weck-Gläsern. Unser vorab gebuchtes 3-Gänge-Menü bestand aus einem Caesars-Salat mit Speck und Spiegelei, Ochsenbäckchen auf Linsen und klassischem Schokopudding mit Vanille-Sauce. Kein Schnickschnack, nur gutes Essen.  

Einziges Manko an diesem Wochenende: Das WLAN im Hotel war leider sehr unbeständig und auch draußen gab es kaum Netz. Naja, ich habe es einfach unter Digital-Detox verbucht ;).


Wer bereit ist, für etwas Luxus und Entspannung auch mal tiefer in die Tasche zu greifen, der ist im Esplanade in Bad Saarow genau richtig. Die ideale Aufenthaltsdauer ist meiner Meinung nach ein verlängertes Wochenende. Längere Urlaube könnten hier auch öde werden – dafür ist der Ort einfach zu klein und man hat ihn schnell in alle Richtungen abgelaufen. Sollte ich nochmal so ein riesiges Glück haben und einen Gutschein gewinnen, würde ich ihn hier liebend gern einlösen. Selbst würde ich allerdings keine 400€ für ein Wellness-Wochenende zahlen – so viel Luxus brauche ich dann doch nicht.

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